ᐃ Blog | ᐊ Weihnachtsmarkt 05.12.25 | ᐅ Gütersloh um 1900
„City Lights“ Gütersloh:
Ein Gespräch mit dem Fotografen der Weberei-Motive
Im Rahmen des Kulturprojekts „City Lights“ des Fachbereichs Kultur der Stadt Gütersloh werden aktuell besondere Kunstwerke an ausgewählten Lichtflächen im Stadtgebiet präsentiert – auch in der dunkleren Jahreszeit werden sie so zum Blickfang.
Unter den ausgewählten und ausgezeichneten Werken ist auch ein Motiv der Weberei, aufgenommen von dem Hobbyfotografen Mathias Kausch > Gütersloh: City Lights Gewinner 2025
Wir haben mit ihm über seine Arbeit gesprochen – über Fotografie als Kunstform, über Motivation, über Zweifel und über die besondere Begegnung mit dem Gebäude, das für so viele Gütersloher*innen ein wichtiger Ort ist.
Fotografie als Kunstform?
Christiane:
Siehst du deine Fotografie als Kunstform, die man platzieren muss, damit sie verkauft wird oder anerkannt ist?
Mathias:
Nein, überhaupt nicht! Das ist reines Hobby. Heute fotografiert ja im Grunde jeder. Fotos werden oft nur noch im Vorbeigehen konsumiert – wenn sie überhaupt Beachtung finden. Wirkliche Aufmerksamkeit bekommen Fotografien meist nur dann, wenn man bereits einen Namen hat, prominent ist oder eine Ausstellung bekommt. Dann nehmen sich die Leute auch wirklich Zeit dafür.
Was begeistert dich an Fotografie?
Christiane:
Was spricht dich als Fotograf grundsätzlich an – gibt es Themen oder Stimmungen, die sich wie ein roter Faden durch deine Arbeit ziehen?
Mathias:
Ja, im Grunde die klassischen Themenfelder: Porträt, das mache ich eigentlich am liebsten. Aber auch Streetfotografie, Landschafts- und Tierfotografie, Architekturfotografie – wie’s gerade so kommt.
Warum fotografierst du überhaupt?
Christiane:
Warum machst du das alles – was treibt dich an?
Mathias:
Mir macht das Spaß! Und wenn Menschen etwas mit den Bildern anfangen können, dann reicht mir das schon. Wenn mich jemand zufälligerweise mit Millionen überschütten würde, würde ich natürlich auch nicht Nein sagen – aber darum geht es mir nicht.
Vom Zufall zur Auszeichnung: Die Weberei als Motiv
Christiane:
Und was hat dich motiviert, diese Fotos von der Weberei zu machen?
Mathias:
Na ja, du hast mich ja gefragt, ob ich ein paar Fotos von der Weberei machen könnte. Und dann sind wir zusammen dahin gestiefelt – sonst wäre ich never ever auf die Idee gekommen, dieses Motiv zu wählen. Zuhause habe ich bei der Bearbeitung gemerkt: Das ist nicht gut, das hätte ich anders machen können. Also nochmal das Ganze. Und dann waren da ein paar wirklich beeindruckende Exemplare dabei. Das hat mich wirklich fasziniert, wie unterschiedlich man dieses Gebäude sehen kann. Und wie schön es ist!
Gewinnermotiv im Projekt „City Lights“
Christiane:
Nun wurde eines deiner Fotos der Weberei zusammen mit 9 anderen Werken als Gewinnerbild für das Projekt City Lights ausgewählt. Warum genau dieses Motiv?
Mathias:
Das hatte tatsächlich ganz pragmatische Gründe. Die Fotos mussten im Hochformat eingereicht werden. Alle anderen Bilder, die ich hatte, waren Querformate. Daraus ein vernünftiges Hochformat zu machen, war schlicht nicht möglich.
Ein kleines Opfer? – Einschränkungen durch das Format
Christiane:
War das eine Einschränkung für dich?
Mathias:
Ja, durchaus. Ich finde ehrlich gesagt, dass einige der Querformate inhaltlich intensiver oder sogar besser waren. Die hätte ich lieber eingereicht. Aber die Vorgaben waren eben so, und aus meiner Sicht war das der einzige gangbare Weg, um teilnehmen zu können.
Kunst, die zurückkommt: Postkartenaktion
Christiane:
Der Förderverein hat einige Motive als Postkarten gestaltet und gegen Spenden abgegeben. Wie findest du das?
Mathias:
Das war eine gute Aktion! Genau dafür mache ich es eigentlich. Ich finde es toll, wenn die Fotos nicht in der Schublade verschwinden, sondern wenn Menschen etwas damit anfangen können.
Ein Blick in die Zukunft
Christiane:
Wie würdest du ein zukünftiges Projekt rund um die Weberei angehen?
Mathias:
Ich würde sehr gerne die Weberei während des Renovierens oder Umbauens fotografieren. Oder Menschen in diesem Arbeitsumfeld. Das könnte unglaublich dramatische Bildaussagen geben, besonders in Schwarz-weiß – mit einem enormen Dynamik- und Kontrastbereich. Besonders spannend stelle ich mir das Zusammenspiel von Licht, Struktur und Farbe vor.
Wir sind dabei!
Christiane:
Super, das machen wir! Wir benötigen sowieso noch Bilder vom Vorstand, von Aktiven – und die bei der Arbeit zu zeigen, auf Leitern, im Blaumann, im Alltag – klasse!
Mathias, wir danken dir ganz herzlich für deinen Einsatz und freuen uns auf das nächste Mal.



